billard in amsterdam  
l o u n g e  
  v a b a n q u e
  d a r k r o o m
  d o c k
  c o n t a c t
  l i n k s
amerika
 
 
zwanzig häuser, dahinter
ein verwaister hafen. im zweiten
weltkrieg hat jeder hier flach unter deck
gelegen und gebetet.
touristen sehen, als sie mit der empfangsdame
sprechen, langgehegte vermutungen
werden ungerührt bestätigt.
eine menge kleingeld, dahinter
die west side. um neunzehn uhr dreiunddreißig
legt jemand eine jazzplatte auf und telefoniert
bei laufendem motor. mit warmen füßen
es riecht nach weißen schals, kaschmir, parfum
man legt sich einfach den freien arm in den nacken
lässt finger über tasten gleiten, soloversion, das pedal
unterm wippenden fuß, im spiegel münder und diese
umarmung, abends leimt jeder sich zusammen.
sie schleppen liza minelli auf die gastbühne
wo verwegen und zweistimmig gelacht wird
während die diva ein alkoholisiertes gesicht und rasierte beine
entblößt. in der garderobe glaubt jemand, einen senator
wiederzuerkennen, gemeinsam gedient?
batallionsnummer, fragezeichen, nice to meet you
katzen streunen räudig, und die abende
sind in getrüffeltes orange getaucht
sie schwanken, als hätte jemand die zeit
an einen schaukelstuhl gefesselt
so umständlich kann leben sein.
die empfangsdame empfiehlt wodka
gemixt mit einem esslöffel kondensmilch,
und jede süße siebte nacht ist bei ihr gratis
schlüssel auf dem mietwohnküchentisch und ein zettel
wie du die katzen füttern und die fenster schließen musst
sie fingert an ihrem toskaroten ring
während die nasa schweif und koma von harrington-abell
ansteuert. liza poliert coins, einen rosenkranz
und zählt die stunden ihres lebens pillenfarben, in viertelstunden ab.
trüffelorange, loungeblau, pure geometrie...
 
 
t o p